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"Kinder zum Olymp"

Unser Motto „KUNST-STADT(T)-PLAN“ zielt bewusst auf die Spezifik von Eisenhüttenstadt als erster sozialistischer Planstadt - ein Erbe, mit dem die Stadt nach wie vor einen angemessenen Umgang sucht. Gerade jüngere Bewohner hadern mit ihr und sehen ihre Lebensperspektive eher außerhalb von Eisenhüttenstadt. Im Gegensatz zu dieser Haltung steht das historische bzw. kunsthistorische Interesse vieler Besucher der Stadt, die durch die Stadtanlage, ihre Architektur und insbesondere durch die Kunst im öffentlichen Raum geprägt ist. Genau diese Ambivalenz wollen wir mit unserem Schulprofil aufnehmen und produktiv gestalten. Mit der Profilierung unserer Schule auf dem Gebiet der kulturell-ästhetischen Bildung und Erziehung beabsichtigen wir

• eine stärkere Identifizierung der Schülerinnen und Schüler (SuS) mit unserer Schule als „DenkMal im Denkmal“

• eine enge Verbindung und Auseinandersetzung unserer SuS mit Eisenhüttenstadt als dem Lebens- und Lernort für die überwiegende Anzahl der SuS

• die Heranführung unserer SuS an Kunst auf handlungsorientiertem Weg, um sowohl Defizite der meist bildungsfernen Elternhäuser auszugleichen als auch über die Kunst Kommunikationswege für mehr Wertschätzung und Achtung im täglichen Miteinander zu eröffnen. So gibt es in den Klassenstufen 7-9 im Zusammenhang mit unserem Ganztagskonzept in der Stundentafel das Fach Darstellen und Gestalten, das neben dem traditionellen Kunst- und Musikunterricht als projektorientiertes Wahlpflichtangebot mit zwei Wochenstunden von allen SuS belegt wird.

Jede/r wählt in der Klasse 7 zwischen Tanzen, Chor, Kunst, Keramik, darstellendem Spiel und Instrumentalunterricht Gitarre. Neben diesen Angeboten gibt es, ergänzend im Sinne einer Körper- und Esskultur, die Projekte Sport und Ernährung. Bis Klasse 9 erwerben die SuS in ihrem jeweiligen Projekt vertiefende Kenntnisse und Fähigkeiten im jeweiligen künstlerischen Bereich. Vor allem aber erleben sie im gemeinsamen Musizieren, Tanzen, Singen etc. Erfolgserlebnisse und emotionale Tiefe, die ihnen im Regelunterricht oft versagt bleiben.

Zur Bühne für genau diese Erfahrungen werden die gemeinsamen Auftritte zu verschiedenen Anlässen im Laufe des Schuljahres, wobei unser traditionelles Schulfest hier den Höhepunkt bildet. Dabei gelingt es, dass mit dem Programm unserer Schule, das ganz wesentlich von den Beiträgen aus den Projekten getragen wird, mehrere Veranstaltungen im hiesigen Friedrich-Wolf-Theater für die Öffentlichkeit von Eisenhüttenstadt angeboten werden können. Hinzu kommt, dass die SuS in diesen Projekten eine Welt eröffnet bekommen, die ihnen von ihren Eltern oft nicht geboten werden kann, die mitunter von den Eltern sogar ignoriert wird. Inzwischen hat sich der Projektunterricht Darstellen und Gestalten so weit entwickelt, dass in Kooperationen gemeinsame kleine Kunstaufführungen erarbeitet werden, wobei der klassenübergreifende Aspekt für die Schulgemeinschaft sehr wichtig ist.

So entstand ein Minimusical „Die Brück` am Tay“ nach Theodor Fontane. Der große Schulchor, zwei Gesangsolisten und SuS aus dem Projekt darstellendes Spiel haben die bekannte Ballade mit anspruchsvoller Musik und leidenschaftlichem Spiel auf die Bühne gebracht. Diese erste gemeinsame Inszenierung ist Ausdruck der Fortentwicklung unseres Projektunterrichtes, bei dem zukünftig weitere Programme in Kooperation verschiedener Künste entstehen sollen. Für besonders interessierte und begabte SuS auf künstlerischem Gebiet findet einmal im Jahr die dreitägige Sommerkunstschule in Kooperation mit dem Kunstarchiv Beeskow e.V.statt. Themen dieser Sommerakademie nehmen immer Spezifika von Eisenhüttenstadt und der Umgebung auf. In den letzten beiden Jahren arbeiteten die SuS zu den Themen Kunst im öffentlichen Raum (2016)und Unverstellt. Wie Jugendliche Bilder aus der DDR wahrnehmen, deuten und vermitteln (2017). Während der drei Tage im Sommer 2016 erkundeten sie die Architektur und die Kunst im öffentlichen Raum von Eisenhüttenstadt, fotografierten, zeichneten, bauten Modelle. Unterstützt wurde dieses Vorhaben durch den Maler Matthias Steier, den Architekten Martin Maleschka, die Stadtplanerin Gabriele Haubold und Axel Drieschner vom Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR.

Die Ergebnisse dieser Sommerkunstschule waren -wie sonst auch – sehr nachhaltig und flossen in den Kunstunterricht der Stufe 12 ein. Hier entstanden nun Entwürfe für Plastiken, die, zunächst als verrückte Idee, für den „öffentlichen“ Raum unserer Schule auch gefertigt werden sollten. Vorausgegangen war ein schulinterner Wettbewerb mit 23 Entwürfen, aus denen die drei besten ausgewählt und prämiert wurden.

Das Berufsbildungszentrum von ArcelorMittal (BBZ), mit dem wir auch eine enge Kooperation pflegen, ermöglichte es uns, die Entwürfe, aus denen zwischenzeitlich maßstabsgerechte Modelle wurden, tatsächlich zu fertigen. Das Besondere ist hier, dass die SuS, deren Entwürfe ausgewählt wurden, z.T. an deren Ausführung selbst beteiligt waren. Gelegenheit dazu bot das Praktikum am Ende der 12. Klasse, das für SuS unserer Schule im Sinne einer umfassenden Berufs-und Studienorientierung verpflichtend ist. Drei Schüler absolvierten dieses Praktikum im BBZ, wo sie in großen Teilen die Plastiken aus Metall gemeinsam mit Auszubildenden anfertigten. Die Begeisterung und vorbehaltlose Unterstützung der Verantwortlichen im BBZ für dieses Projekt hat hier sehr wesentlich zum Gelingen beigetragen. Kunstverstand und Handwerk sind hier eine erfolgreiche Symbiose eingegangen. Inzwischen sind die Fundamente auf dem Schulhof gesetzt, sodass die Skulpturen bald feierlich aufgestellt werden können. Die zweite Sommerkunstschule 2017, die im Depot des Kunstarchivs Beeskow stattfand, befasste sich mit Kunst bzw. Malerei aus der DDR, die von Jugendlichen heute eher zögerlich rezipiert wird. Genau diese Haltung sollte durch kreative und produktive Begegnungen mit der Kunst aufgebrochen werden.

In verschiedenen Workshops wurden, auch wieder mit Beteiligung von professionellen Künstlern, Gemälde tänzerisch interpretiert, Texte zu den Bildern geschrieben, Adaptionen bzw. Verfremdungen gemalt oder Kunstausstellungen im Schuhkarton kreiert. Dokumentiert sind die Ergebnisse in einer Broschüre des Kunstarchivs. Die nächste Sommerkunstschule wird das Thema „Heimat“ in seiner Ambivalenz aufnehmen und die Fragen nach der Identität in einer Stadt, die Jugendliche nach eigenen Aussagen eigentlich nicht mögen, mithilfe von Landschaftsmalerei neu stellen. Neben diesen sehr intensiven Begegnungen mit Kunst im Alltag lebt unser kulturelles Schulprofil letztlich auch von weiteren Aktivitäten. So findet seit mehr als 10 Jahren der Projekttag „Instant Acts – gegen Gewalt und Rassismus“, an dem alle SuS der Stufe 9 teilnehmen, statt. Dieses Projekt führen wir in Kooperation mit dem Interkunst e.V. durch. An diesem Projekttag kommen immer ca. 20 junge Künstler*innen aus aller Welt in die Schule und studieren mit unseren SuS in Workshops verschiedene Darbietungen in unterschiedlichen Künsten ein. Hintergrund für dieses Vorhaben ist neben dem Kunsterleben die deeskalierende Wirkung im gemeinsamen künstlerischen Schaffen.

Da an unserer Schule inzwischen auch Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund lernen und der Umgang mit fremden Menschen in Eisenhüttenstadt seit der Eröffnung der ZABH eine zentrale Herausforderung darstellt, hat dieser Aspekt an Bedeutung gewonnen. Wichtig ist uns, dass wir mit den kulturellen Angeboten und Projekten immer auch die Öffentlichkeit der Stadt erreichen und zu einem gesellschaftlichen Diskurs zu relevanten Fragen beitragen.